Networking und Kooperationen in Europa

Ein wichtiges Ziel Ihrer europäischen Netzwerkarbeit sollte es sein, Kontakte zu Personen und Organisationen aufzubauen, die Ihnen beim Markteintritt in einem anderen Land oder in einer spezifischen Region zur Seite stehen können. Vertrauensvolle Personen mit Vor-Ort-Kenntnissen sind eine wichtige Ressource, damit sie im Rahmen Ihres Europäisierungsprozesses die richtigen Entscheidungen und Prioritäten setzen. Und solange Ihre Organisation dem neuen Zielpublikum noch fremd ist, wird eine Empfehlung durch einen anerkannten Akteur vor Ort meist mehr bewirken als Ihre eigenen Kommunikationsaktivitäten.

Die Bedeutung internationaler Netzwerkarbeit und Kooperationen

Internationale Netzwerkarbeit, u. a. die aktive Mitarbeit in europaweit agierenden Verbänden, bietet Ihnen einen Zugang zu wichtigen Akteuren und Informationen aus Ihrer Branche. Starten Sie zum Beispiel mit dem Besuch von internationalen Verbandstreffen sowie einschlägigen Messen oder Kongressen. Ggf. erhalten Sie dort sogar die Gelegenheit, mit einem Fachvortrag die Aufmerksamkeit der internationalen Fachcommunity zu erlangen. Bei Netzwerkevents sind die Gespräche in den Kaffeepausen oder beim abendlichen lockeren Beisammensein besonders wertvoll. In einer entspannten Atmosphäre lassen sich am besten Erfahrungen austauschen und die Grundsteine für neue Partnerschaften und Geschäftsbeziehungen legen.

Die Bedeutung von guten Kooperationspartnern im europäischen Ausland für das Gelingen eines Europäisierungsprozesses ist seit vielen Jahren bekannt. Im Rahmen einer europaweiten Umfrage hat die Mehrheit der über 500 befragten Personen den Aspekt „Transnationale Partner“ auf Position 1 der Herausforderungen im Rahmen eines Europäisierungsprozesses gesetzt.

Der planmäßige Auf- und Ausbau Ihrer transnationalen Kontakte und Beziehungen sollte daher eines der Hauptziele im Verlauf Ihres Europäisierungsprozesses sein. Wenn Ihre Organisation sich bereits seit längerem aktiv an der internationalen Kommunikation in Europa oder darüber hinaus beteiligt, zum Beispiel indem Sie mit einer Organisationsseite bei LinkedIn aktiv sind, dann wird Ihnen der Aufbau eines schlagkräftigen europäischen Unterstützungsnetzwerkes leichter fallen. Aber auch für Organisationen, die bisher fast ausschließlich national unterwegs waren, ist die Teilnahme an der internationalen Kommunikation in Zeiten von Social Media sehr viel einfacher geworden.

Drei Beispiele: EEN, EUFA und ENFORCE

Ein sehr nützliches europäisches Netzwerk ist das Enterprise Europe Network der EU. Es umfasst mehr als 600 Industrie- und Handelskammern, Technologiezentren, Universitäten und Entwicklungsagenturen aus allen EU-Mitgliedstaaten und weiteren Ländern weltweit. Ihr Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu unterstützen, damit diese ihre Geschäftsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb der EU optimal nutzen. Darüber, wie Sie das EEN unterstützen kann, erfahren Sie hier mehr. Unser Projektpartner, die Industrie- und Handelskammer in Szeged ist selbst Mitglied des EEN-Netzwerkes. Die ungarischen Kolleg:innen helfen Ihnen sicher gerne weiter, wenn Sie mehr über das EEN erfahren möchten.

Sehr nützliche transnationale Netzwerke in Europa finden Sie zudem in Form formaler oder informeller Gruppen von Personen oder Organisationen, die durch gemeinsame Ansichten, Interessen o. ä. dauerhaft miteinander verbunden sind. Eine Vielzahl dieser Interessengruppen oder Fachverbände haben eine eigene Rechtspersönlichkeit, so zum Beispiel unser Konsortialpartner die EU-Fundraising Association e. V., die seit 2010 als Netzwerk professioneller EU-Fundraiser:innen fungiert und europaweit aktiv ist.

Wenn Ihre Organisation bereits länger international aktiv ist und Sie über eine Vielzahl von vertrauenswürdigen Kontakten verfügen, können Sie darüber nachdenken, Ihr eigenes europaweites Netzwerk zu institutionalisieren. Dafür ist es nicht immer nötig, eine juristische Institution zu gründen. Auch ein informelles Netzwerk kann sehr erfolgreich sein. Etwas schneller geht die Vernetzung ggf., wenn Sie sich um die Mitgliedschaft in einem bereits bestehenden informellen Netzwerk bemühen. ENFORCE (European Network For Research & Excellence) ist beispielsweise ein solches Netzwerk, dass auf Initiative unseres Konsortialpartners Cyprus Projekt Management Society etabliert wurde. ENFORCE vereint private Organisationen, Berufsverbände, Universitäten und Kammern aus Europa, die teilweise schon mehr als zehn Jahre erfolgreich miteinander kooperieren. Weitere Tipps, wie Sie nach geeigneten Netzwerk- bzw. Kooperationspartnern recherchieren, finden Sie hier.

Nützliche Links und weitere Informationen

Strecken Sie Ihre Fühler nach Europa aus. Seien Sie offen und gleichzeitig kritisch bei der Auswahl der Organisationen und Personen, mit denen Sie international zusammenarbeiten möchten.

Weitere hilfreiche Artikel und Tipps finden Sie in diesem upgrade2europe Lern-Tool, in unseren Lernvideos und in unserem upgrade2europe Handbuch. Im Handbuch finden Sie zudem eine Einführung in das Thema Öffentlichkeitsarbeit, in dem u. a. auch die Relevanz der Netzwerkarbeit im Verlauf eines Europäisierungsprozesses thematisiert wird. Wenn Sie möchten, können Sie mit Hilfe unseres Selbstanalyse-Tools sofort online überprüfen, inwieweit Ihre Organisation gut aufgestellt für Europa ist.

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