Agileres Projektmanagement mit Scrum?

Warum Scrum?

Scrum ist die zurzeit bekannteste agile Projektmanagementmethode. Scrum stammt aus der Softwarebranche, wird mittlerweile aber in vielen anderen Bereichen außerhalb der Softwareentwicklung genutzt. Der Name kommt ursprünglich aus dem Rugbysport. Scrum ist die Kurzform von „scrummage“ und bezeichnet ein „Gedränge“ im Rugby. Bei dieser Spielsituation kommt es auf Agilität, Dynamik und Kommunikation an. Dafür steht auch Scrum. Die zentralen Grundsätze, die bei Scrum im Mittelpunkt stehen, sind:

  • schrittweises, inkrementelles Vorgehen, wobei möglichst schnell nützliche Teilergebnisse entwickelt werden, statt ein Gesamtergebnis erst wesentlich später fertigzustellen und zu präsentieren.
  • konsequente Zielgruppen- bzw. Kundenorientierung, statt darauf zu schauen, dass ein ursprünglicher Plan möglichst exakt umgesetzt wird.
  • Selbstorganisation statt zentraler (Projekt-)Steuerung.

Die Vorteile von Scrum

Scrum als Projektmanagementmethode hat diverse Vorteile, die im Rahmen eines Europäisierungsprozesses sehr willkommen sind. Hier einige Beispiele:

  • Sie entwickeln sich zu einem agileren Team bzw. zu einer agileren Organisation, insbesondere um bei sich verändernden Rahmenbedingungen, z. B. im Verlauf der Entwicklung eines EU-Förderprojektes oder bei wichtigen Entwicklungen in einem Zielmarkt im Ausland, angemessen und schnell reagieren zu können.
  • Sie steigern die Eigenverantwortung im Team. Die Teammitglieder entscheiden selbst über den richtigen Weg zur Erreichung eines Ziels.
  • Sie entwickeln sich zu einer stärker kunden- bzw. zielgruppenorientierten Organisation.
  • Sie haben mit Scrum die Möglichkeit, Projekte in einem sich schnell verändernden Umfeld erfolgreich durchzuführen.
  • Sie minimieren das Risiko von Fehlinvestitionen und Fehlentscheidungen. Bei Scrum begutachten Sie laufend Ihre Zwischenergebnisse und können so frühzeitig reagieren, wenn etwas nicht so funktioniert wie geplant.

Hauptunterschiede zwischen Scrum und klassischen Wasserfall-Projektmanagementansätzen

Scrum Wasserfall (z. B. PRINCE2)
Das Projekt wird nach und nach iterativ umgesetzt. Das Projekt wird traditionell linear umgesetzt.
Das Endprodukt kann noch verändert werden. Es ist nicht vollständig bekannt, wie das Endprodukt aussehen wird. Das Endprodukt ist sehr klar definiert. Das gesamte Projekt wird im Voraus geplant.
Bestimmte Arbeitsschritte kommen mehrmals vor. Es gibt kurze Arbeitszyklen („Sprints“). Projektanforderungen können sich im Laufe der Zeit ändern. Der Übergang in eine nächste Phase bedeutet, dass die vorherige Phase abgeschlossen wurde. Jede Phase des Projekts wird nur einmal durchlaufen.
Planung für unmittelbare, kurzfristige Ziele. Dabei Konzentration auf den realisierbaren Mehrwert, nicht auf den Umfang der Arbeit. Die Umsetzung basiert auf einem sehr genau definierten Plan. Die Projektanforderungen werden in einem sehr frühen Stadium der Arbeit definiert.
Testen ist ein fester Bestandteil jedes „Sprints“. Die Testphase beginnt nach Abschluss der Entwicklungsarbeiten.
Die Dokumentation hat keine Priorität. Es wird eine genaue Dokumentation erstellt.
Enge Zusammenarbeit mit Kunden während des gesamten Prozesses. Kundenkontakt gibt es in der Phase der Anforderungserfassung, bei der Präsentation von Meilensteinen und bei der Übergabe des fertigen Produkts. Während der Entwicklung arbeitet das Team ohne Kunden- bzw. Zielgruppenkontakt.
Veränderungen werden erwartet und erfordern daher ein flexibles Vorgehen. Projektänderungen müssen über offizielle Wege vereinbart werden.

Wann sollten Sie Scrum einsetzen?

Scrum kann überall dort eingesetzt werden, wo es darum geht, die Produktivität zu steigern und bessere Ergebnisse zu erzielen, also zum Beispiel um passende Lösungen in enger Absprache mit Kunden oder Zielgruppen zu entwickeln. Die Methode bietet einen guten Ausgangspunkt, um die Agilität eines Teams bzw. einer Organisation systematisch zu erhöhen. Agilität im Sinne von upgrade2europe ist zu verstehen als die Fähigkeit einer Organisation, auf die Veränderungen von Rahmenbedingungen angemessen und flexibel reagieren zu können. In diesem Sinne ist Agilität eine wesentliche Voraussetzung, um den langfristigen Erfolg einer Organisation sowohl national als auch im europäischen Ausland zu sichern.

Nützliche Links und weitere Informationen

Wir hoffen, dass diese Informationen Sie dazu inspirieren, sich intensiver mit den unterschiedlichen Herangehensweisen verschiedener Projektmanagementmethoden auseinanderzusetzen. Wenn Sie mehr über Scrum erfahren möchten, dann empfehlen wir Ihnen die Scrum-Anleitung im Handbuch INCLUDE. Inklusive Führung im digitalen Zeitalter. Handbuch für Leader und alle, die es werden wollen ab Seite 238.

Weitere hilfreiche Artikel und Tipps finden Sie in diesem upgrade2europe Lern-Tool, in unseren Lernvideos und in unserem upgrade2europe Handbuch. Im Handbuch finden Sie zudem eine Einführung in die Projektmanagementmethode P3.express, die den Wasserfall-Ansatz um agile Aspekte erweitert. Wenn Sie möchten, können Sie mit Hilfe unseres Selbstanalyse-Tools sofort online überprüfen, inwieweit Ihre Organisation bereit für Europa ist.

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